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Renate Geiter

Malerei

Werke des Künstlers

Anzahl der Kunstwerke 30

Über den Künstler

Im Schweben verschieben sich die Farben

„Wenn Romeo und Julia gut ausgegangen wäre, wäre die Geschichte nicht berühmt geworden.“: Perfektion ließe erstarren. Leben und Wirken entsteht im Loslassen, mit dem Lösen von Perfektion.

Was in Renate Geiters Bildern ordnende, beheimatende Struktur geben könnte, wie etwa Häuser, Straßenzüge, Industrieanlagen, zersetzt sie. Renate Geiter entzieht Stabilität.
Formen verlieren sich in Gesten, welche die klaren Regeln, das scheinbar fest Gefügte aufbrechen. Perspektiven laufen widersprüchlich gegeneinander, Farben verschieben sich überzeichnet ins Entgrenzte, dissonieren zwischen Pastellschreien und dumpf-mattem Grollen. Dazwischen Schmutz. – Und: Gold! Darf ich Gold nehmen? Gold changiert als Licht zur Maske. Kitsch? Darf nicht sein. Überhaupt: Tabus... Wie weit darf ich gehen, bevor ich geächtet werde?

So verschiebt sich Abbildung durch Brüche zur Metapher: Mit dem Aufbrechen der Perfektion erst keimt das Lebendige, entsteht die neue Welt in verhangener Melancholie.
Sie entsteht und verdrängt die heile „nette“ Welt. Die Welt der „netten“ Eltern, der „netten“ Nachbarn, deren „Nettsein“ sich wie ein Tarnanzug über ihre Aggression legt. Die Sehnsucht in Renate Geiters Bildern löst solch falsche „netten“ Wirklichkeiten auf. Und ermöglicht damit, zur Begegnung mit dem Sein zu führen, auch auf diesem Wege anerkennend, das sogar die Perfektion der Brüche ein Verrat an der Wahrheit wäre. „Schönheit ist das, dem ich aktiv begegne“.

Dieser künstlerischen Position fügt sich Renate Geiters Malprozess: „Im Entstehungsprozess ist mir der Zufall sehr wichtig. Die Farbe wird zum Spiel, das in Bewegung bleibt.“
Nass in Nass aufgetragene tiefere Farbschichten werden in Folgeschritten abgezogen. In gelenkten Zufallsverfahren stoßen sich unterschiedliche Farbmaterialien ab oder verschmelzen im Fließen zu Gebilden mit eigener Energie. In derart sich teilautonom entwickelnden abstrakten Formen lässt Renate Geiter Gegenständliches erahnen, greift es auf. Und sie zerstört wieder, was verlangte, zu genau zu werden.
Ein dem entgegengesetzter Prozess steht zur Seite: Gegenständlich Eröffnetes wird verletzt, weiter und weiter der Dekomposition unterworfen. Dimensionen erfahren neue Gewichtungen, Richtungen wird ihre Logik entzogen, Farben in andere Erlebnisoktaven transponiert, durchbrochen, wieder neu überlagert von vielleicht sogar Semifigurativem, das sich auf der Erlebnis-Dimension ganz nah, ganz eng hineinzwängt, die konkrete Funktionalität des Angedeuteten verlassend, den Seins-Raum erweiternd.

Romeo und Julias Geschichte hat auf den guten Ausgang verzichtet. „Ein ... Prinzip, das meiner Malerei zugrunde lag, war es, aus dem Chaos eine Ordnung zu schaffen, die sich bei genauerer Betrachtung wieder im Chaos verliert“ – Wir leben.

© Text: Klaus Damm 2016

Vita

AUSSTELLUNGEN

2016   Ausstellung in der Galerie Display in Köln

2011   Ausstellung in der Galerie Katrin Hoops in Langenfeld

2010   Ausstellung im Stadthaus Erftstadt

2009   Vernissage und Ausstellung „Im Südflügel“ in der Südstadt, Köln

2008   Vernissage 28.02.08  in der Galerie N. Malmedé Am Kölner Brett  50825 Köln

2007   Gemeinschaftsausstellung "Kunstfehler" in der Galerie artclub

2007   Gemeinschaftsausstellung "Die Nacht" in der Galerie artclub

2007   Einzel- und Gemeinschaftsausstellung "Renate Geiter" in der Galerie artclub

2007   Gemeinschaftsausstellung "Die Eröffnung" in der Galerie artclub

2007   Gemeinschaftsausstellung "freie Elemente" in der Galerie artclub

2006   Teilnahme an der "Rodenkirchener Kunstmeile"

2005   Bühnenbild für das Theaterstück „wilder Panter, Keks“,  das Theater in Köln

seit 2003     die"Malve" in Verbindung mit einer Spende für den gemeinnützigen Verein Maßstab e.v.

seit 2001     regelmäßige Teilnahme an den "offenen Ateliers"

 

LEBENSLAUF

2016             KÜNSTLERIN DER GALERIE DISPLAY IN KÖLN FÜR EINEN MONAT

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2009-2011   KÜNSTLERIN BEI JENNIFER HELD

2007-2008    KÜNSTLERIN DER GALERIE N. MALMENDEIN KÖLN

2006-2007    MITGLIED DER GALERIE ARTCLUB IN KÖLN

SEIT 2001     KÜNSTLERIN

1999-2001    ARBEIT ALS ARCHITEKTIN IM BAUATELIER IN KÖLN

SEIT 1997     AUTODIDAKTISCHES STUDIUM DER MALEREI

1993-1999    STUDIUM DER ARCHITEKTUR AN DER FH KÖLN MIT DIPLOMABSCHLUSS

1971              IN COCHEM AN DER MOSEL GEBOREN