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Beschreibung

Die Innere Sicherheit eines Landes wird im Lichte von Bedrohungen des Staates von innen gesehen im Gegensatz zur Äußeren Sicherheit durch Bedrohungen des Staates von außen. Unter Innerer Sicherheit kann aber auch die Sicherheit des einzelnen Bürgers verstanden werden.Die Innere Sicherheit eines Staates steht im Wechselspiel mit den Rechten und Freiheiten der einzelnen Bürger. Die Ausweitung der Inneren Sicherheit kann zu Einschränkungen der der Menschenrechte führen. Autoritäre Staaten versuchen eine Innere Sicherheit herzustellen, indem sie ihrer Herrschaft und der Gesellschaftstruktur eine feste Form geben und sie gewaltsam durchsetzen.Die Familie mit autoritären Strukturen in einer hierarchisch moralischen Gliederung des dörflichen Zusammenlebens sowie die Regeln des Zusammenlebens stellen in diesem Zusammenhang den Mikrokosmos solcher festgezurrter gesellschaftlicher Normen dar. Im letzten Glied dieser Kette stehen die Frauen.Die Tragödien von den Frauen in den Dörfern Spaniens umfasst die Trilogie „Bluthochzeit“ 1933, „Yerma“ 1934, „Bernarda Albas Haus“ 1936 des Dramatikers Federico García Lorca.  Geschrieben und aufgeführt in der Zeit vor und während des Spanischen Bürgerkrieges.Die „Unterdrückung der weiblichen Sexualität, ... von der verwehrten Erfüllung weiblicher Liebe in einer von lebensfeindlichen Ehrbegriffen umstellten bäuerlich-archaischen Welt“   ist der Inhalt seiner 3 Tragödien. Der „Ehre“ wegen, sei es Gattenehre oder Familienehre, leiden die Frauen unter ihrer Kinderlosigkeit, heiraten einen Mann, den sie nicht lieben, leben in einer häuslichen Umgebung voller Hass, Lüge, Neid, Gewalt, Eifersucht, Bosheit und Intrige. Die „Ehre“, der Sittenkodex, die Moral  verlangen von ihnen ein häusliches Dasein gänzlich ohne oder nur mit wenigen Außenkontakten. Die Straße ist ein Ort von „Nichtstuern“. Der Tod eines männlichen Familienmitgliedes verordnet ihnen eine mehrjährige Trauerzeit, die sie eingesperrt im Haus sich gegenseitig ausgeliefert verbringen müssen. Ihnen gehört noch nicht einmal das eigene Auge, denn man verwehrt den jungen Frauen den freien Blick in ihre dörfliche Welt, verwehrt ihnen die Entwicklung ihrer eigenen Persönlichkeit, ihrer Begabungen.Die „Ehre“ deformiert die Menschen und sie zerbrechen an ihr. Zur Wiederherstellung der Ehre greifen die handelnden Personen zur Selbstjustiz, zum Lynchmord, unter der Doppelmoral, dass die Männer Frauen einerseits außerehelich schwängern und sie andererseits der Moral wegen verdammen.Garcia Lorcas Frauengestalten lehnen sich gegen die Gewalt der Moral und der Erziehung auf, auch indem sie ihren Gefühlen folgen. Sie sehnen sich nach Verwirklichung in der Liebe und nach Freiheit, auch wenn sie arrangierte Ehen eingehen.„Mögen sie wie Adela in ‚Bernarda Albas Haus‘ die Erfüllung ihrer Liebe mit dem Tode bezahlen oder wie die Braut in ... der ‚Bluthochzeit‘ fast wie in Trance das Todessymbol des Messers beschwören, immer versuchen sie, soziale Fesseln und Traditionen zu sprengen.“ „Im Zeichen einer despotischen Moral ist das Vertuschen alles Ungehörigen eine Grundregel gesellschaftlichen Zusammenlebens, und sie wird ... schonungslos durchgesetzt. ... Die explosive Atmosphäre un¬terdrückter und an der Oberfläche gärender Leidenschaften wird ... in Szene gesetzt. Sehnsucht nach Freiheit und Verwirklichung in der Liebe ist der Motor der Handlung...“ In García Lorcas 3 Tragödien sind die Konflikte der Frauen nicht auflösbar. Sie zeigen eine Aus-weglosigkeit, eine Unmenschlichkeit der despotischen Moral auf, dass es schmerzt. Sie enden mit Mord, Tod, Freitod und häuslichem Gefängnis, dem Versagen alles Lebendigen, Schönen und Krea-tiven. Frauen sterben an den Verletzungen ihrer Würde, am Mangel an Liebe und Lebensfreude und am Jungfrauenwahn.Sie sind in diesem Zusammenhang letztlich Opfer der Inneren Sicherheit eines autoritären Gesellschaftssystems.  

Diese Ausstellung kann zusammenhängend gekauft oder auf Zeit ausgeliehen werden. Falls Sie Interesse haben, schicken Sie uns einfach ein Mail an info@grevy.org