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2017 Shibariabend 23.09.17-7

2017 Shibariabend 23.09.17-7

250,00 €

Durchschnitt: 5 (1 Stimmen)

Material: 
Edition/Auflage: 
1
Jahr: 
2017
Lieferzeit: 
3 to 5 working days
Ort: 
Köln
Maße: 
2 × 109 × 83 cm
Motiv: 
colour: 
Shibari oder Kinbaku, die japanische Fesselkunst, die erstmals in der Edo Periode dokumentiert wurde, ist unter anderem seit einiger Zeit das Thema der Arbeiten von Renate Geiter. Dieses in seinen Formen, Knoten und Techniken hoch ausdifferenzierte Fesseln des menschlichen Körpers – ist es Kunst schon an sich eine Kunstform? Ist es eine Form der Meditation? Ist es eine Performance oder ein Fetisch? Je nach Selbstverständnis der Ausführenden liegen die Schwerpunkte anders. Offensichtlich aber gelingt es Renate Geiter den ästhetischen Reiz von Körperhaltungen,Gliederverformungen,KnotenundSeilverstrebungen, sitzend, knieend, stehend oder sogar frei schwebend als künstlerischen Akt erfahrbar zu machen. Dabei bediente sie sich keiner Fotografien als Vorlage, sondern malte – überwiegend monochrom – live die beiden Protagonisten während ihrer Session. Im Prozess des Malens verlässt sich Geiter auf die Energie der Spontanität und führt den Pinsel durch die sich verändernden Zustände der Modelle. Der daraus resultierende Zeitmangel und die ständige Bewegung des Motivs bedingen dabei keinen Verlust an Konzentration und Genauigkeit, mehr noch steigert das unbewusste, rasche Arbeiten die Hinwendung auf das augenblickliche, sich dem Auge einprägende Moment. Nicht zufällig erinnern die verdünnte, schwarze Farbe und der rasche Pinselstrich dabei stilistisch an die japanische Tuschemalerei sumi-e. Auch reihen sich Renate Geiters Darstellungen posierender und erotisierender Körper ein, in zahlreiche Genres beispielsweise japanischer Graphik und Malerei wie dem Shunga, in denen den Darstellungen des nackten Körpers und der Erotik, bis hin zur offenen Darstellung sexueller Akte keineswegs mit der gleichen Berührungsangst oder gar Prüderie begegnet wird, wie bisweilen früher oder immer noch im westlichen Kulturraum, sondern diese als ernstzunehmende und beachtete Kunstwerke rezipiert werden. Man denke beispielsweise an Hokusai und seinen Traum der Frau des Fischermanns, in dem - hochgradig kunstvoll und handwerklich hervorragend gearbeitet - ein weiblicher Akt den Beischlaf mit einem Oktopoden vollzieht, ineinander verschlungen und umschlungen, ähnlich wie sich die Seile im Shibari um den Körper winden. Ganz ohne sich gewollt in die fernöstliche Kunsttradition einzureihen, Techniken und ästhetische Traditionen zu kopieren, nähert sich Geiter den Stilelementen asiatischer Graphik und Malerei ganz natürlich durch die Reduktion der Form und schlichter Renate Geiter Schönheit der Pinselstriche an. Das Ergebnis sind Arbeiten die es schaffen das Spiel zwischen dem Formen des Körpers, zwischen äußerer Erotik und innerlicher Meditation, durch die sich durch die Fesselungen ergebenden Körperformen und Deformierungen als ästhetisches Erlebnis zu konzentrieren. Text: Max Mißelbeck
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