Networking: Die Fischer vom kleinen See

Von Pit Pits Blog, Netzwerk, Netzwerken, Network, Networking, Bergisches Land, Häppchen, lecker With 0 Kommentare
Wie beim Sportfischen sind immer die Selben im Netz

Seit einiger Zeit bin ich mit meinen Fotokursen in Remscheid an einem Punkt, an dem ich expandieren möchte, um neue Interessenten zu finden und auch um neue Veranstaltungsorte im Bergischen Land zu gewinnen. Was liegt also näher, als mich bei Facebook & Co umzuhören, wer denn wo gerade aktiv beim Netzwerken ist und Netzwerke für das Bergische Land zu bieten hat. Schnell sind zahlreiche Personen gefunden, die sich selbst auf die Fahne geschrieben haben, hervorragende Netzwerker zu sein, Start-Ups zu fördern und Business Coaching zu betreiben. Schnell war der Kontakt hergestellt und sofort war ich gebrieft, wann, wo und wie man sich auf Netzwerktreffen kennenlernen kann. An Events mangelte es wirklich nicht und daher waren schnell Termine gefunden, an denen ich einfach mal auf den Busch klopfen wollte, was denn beim modernen Networking so geht.

Holla, auf dem ersten Treffen traf man schon einen ganzen Teil der durch die Suche nach Netzwerkern bekannten Namen, die Leute waren nett, die Athmospähre ungezwungen und die Kontakte fix hergestellt. Ob was für mich dabei war? Ich fragte mich, ob für irgendjemanden etwas dabei war. Man hat nett über Belangloses geredet, man will ja auch nicht mit der Tür ins Haus fallen. Die Häppchen waren aber lecker.

Das zweite Treffen und - um diesen Beitrag abzukürzen - die dann folgenden Treffen auch, waren alle voller bekannter Namen, die man in Facebook & Co aufgestöbert hat. Immer wieder andere Gruppen, mit anderen Leuten und immer wieder ungezwungenes und belangloses Gerede. Und immer waren die Häppchen lecker.

Als Neuling stand ich immer etwas abseits. Nicht weil ich ausgegrenzt wurde, ganz im Gegenteil war ich als Neuling für alle hoch interessant, sondern um die Lage auszuloten und um abzuschätzen, wer mit wem wie über was redet und wohin mich mein Interesse wohl im Idealfall ziehen müsste, um die richtigen Personen besser kennen zu lernen. Aber das Resultat war eher nüchtern, denn meine Beobachtungen zeigten, dass die Leute auf diesen Treffen sich schon so gut kannten, dass sie kaum noch von ihrem Geschäft sprachen, wohl aber über gemeinsame Freizeitaktivitäten. Vielleicht sind die ja schon so vernetzt, dass sie alle gut zusammenarbeiten, dachte ich mir, doch weit gefehlt. Wen ich auch fragte, jeder sagte mir das Gleiche: die Geschäftsbereiche sind meistens viel zu verschieden, aber die Leute sind nett und die Häppchen sehr lecker.

So fragte ich dann nicht nur auf den Treffen, sondern auch bei Facebook und Co, ob man denn diese oder jenen kennen würde, die oder der sich in einem anderen Netzwerk aktiv zeigt. Nein, man war überrascht, dass es noch eine andere Gruppe mit der gleichen Idee gab. Dabei hielten sich doch alle Organisatoren für die Ersten, die für das Bergische Land auf die Idee kamen, ein Netzwerk für junge oder kleine Unternehmer gegründet zu haben. Wie bitte?! Die Netzwerker wollen Jungunternehmern eine Plattform bieten, Start-Ups fördern und Business Coaching für Kleinunternehmer betreiben, haben aber ihre eigene Konkurrenz noch nicht ausgelotet oder gar gefunden?

Oha, da wird das Networking wohl zum Fischen im Trüben. Der See, den die Fischer bearbeiten, ist viel zu klein. Es sind immer wieder nur die Selben, die im Netz hängen und sich freuen, aktive Networker zu sein. Alles kleine Fische, kein einziger Hai dabei. Uns es ist wie beim Sportfischen, wo man die Fische wieder zurück ins Wasser wirft. Keiner hat Biss und die Haken haben keine Widerhaken. Aber die Leute sind nett und die Häppchen sehr lecker!

Es wird Zeit, dass eine neue Branche beginnt, die Netzwerker in ein Boot zu holen, um deren Netzwerke zu verknüpfen. Möglicherweise sitzen die Kontakte, die für das Geschäft ganz sinnvoll wären, einfach nur an einem anderen Stammtisch! Netzwerker im Bergischen Land haben es richtig schwer. Irgendwie soll man einen Job machen und keiner hat erklärt, wie denn der Job geht. Haben die sich denn ihren Beruf nicht selbst aussuchen können? Was ist denn überhaupt deren Beruf und womit verdienen die ihr Geld? Auch das habe ich bislang noch nicht herausgefunden. Im Bergischen Land läuft das Business scheinbar auch ohne Geld und ich habe nur diesen Trick noch nicht verstanden.

Na ja, vielleicht treffe ich beim nächsten Netzwerktreffen doch mal wieder ein neues Gesicht und das kann dann für mich der richtige Kontakt sein. Wenn nicht, dann ist es auch nicht schlimm. Irgendwann muss man ja auch mal raus kommen und das Schöne bei den Netzwerktreffen ist, dass die Häppchen immer so lecker sind.